Drucken
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 18. Juli 2015

Informationen und Tipps für Eltern

   

Liebe Eltern,

jährlich verbrennen sich in Deutschland rund 7.000 Kinder so schwer, dass Sie im Krankenhaus stationär behandelt werden müssen. Bei Kleinkindern sind Verbrennungen und Verbrühungen die zweithäufigste Unfallursache. Oft tragen sie lebenslange Narben davon. Dabei könnten viele Unfälle durch Prävention vermieden werden. Wir wollen ihnen helfen, ihr Kind und ihre Familie vor solchen Unfällen zu schützen!


Bedenken Sie: Schon 52° Celsius heißes Wasser schädigt die Haut. Der Inhalt einer Tasse kann bis zu 30 % der Körperoberfläche eines Säuglings oder Kleinkindes verbrühen.

Jedem unserer nachfolgenden Ratschläge liegt ein Verbrennungs- oder Verbrühungsunfall zugrunde, der Kindern passiert ist. Die Folgen sind immer schrecklich. Viele dieser Unfälle hätten vermieden werden können. Bitte lesen Sie daher die folgende Seite aufmerksam.

Gefahren in der Küche

  • Stellen Sie Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit weg vom Rand des Tisches. Verwenden Sie keine herunterhängenden Tischdecken.
  • Achten Sie bei Tauchsiedern und Wasserkochern auf herabhängende Kabel.
  • Trinken, essen Sie niemals etwas Heißes, wenn das Kind auf Ihren Schoß sitzt oder Sie es auf dem Arm haben. Kinder versuchen, die Tasse, das Glas, den Teller zu erreichen, um zu sehen, was darin ist.
  • Kochen Sie auf den hinteren Herdplatten. Sichern sie den Herd mit einem Gitter, damit Ihr Kind nicht auf die heiße Platten fassen oder Töpfe mit heißem Inhalt auf sich herabziehen kann.
  • Stellen Sie Töpfe und Pfannen immer mit Griff nach hinten auf den Herd.
  • Wenn Fett in der Pfanne zu brennen beginnt, ersticken Sie es durch Abdecken mit einem Deckel, niemals mit Wasser löschen, sonst kommt es zu einer Fettexplosion!
  • Fläschchen und Brei aus der Mikrowelle fühlen sich oft nur lauwarm an, der Inhalt aber ist kochendheiß. Rühren Sie gut um und probieren Sie vor dem Füttern.

Gefahren im Badezimmer

  • Lassen Sie niemals nur heißes Wasser einlaufen, kontrollieren Sie die Badewassertemperatur.
  • Lassen Sie den Heißwasserregler nie auf ganz heiß stehen! Das Kind könnte sich beim Öffnen des Hahns verbrühen.
  • Füllen Sie in Wärmeflaschen kein heißes Wasser über 50° Celsius und verschließen Sie sie gut.
  • Lassen Sie Eimer oder Wannen mit heißen Flüssigkeiten nicht auf dem Boden stehen. Kinder können darüber stolpern und hineinfallen.
  • Bleiben Sie bei ihrem Kind, wenn es inhalieren muss. Es zieht sich leicht versehentlich die Inhalierflüssigkeit zusammen mit dem Handtuch vom Tisch.

Vorsicht beim Umgang mit Feuer

  • Lassen Sie Kinder nie allein mit offenem Feuer, Kerzen, etc.
  • Schließen Sie Streichhölzer oder Feuerzeuge konsequent weg, um Ihr Kind nicht in Versuchung zu führen.
  • Schalten Sie ihr Bügeleisen ab, wenn Sie den Raum verlassen und ziehen Sie den Stecker heraus.
  • Sichern Sie sehr heiße Heizkörper und Heizungsrohre.
  • Heizdecken gehören nicht in Kinderbetten. Ihr Kind kann Ihnen nicht sagen, wenn es zu heiß wird.
  • Verwenden Sie Lichterketten am Weihnachtsbaum anstelle von Kerzen.
  • Geben Sie Ihrem Kind keine Wunderkerzen in die Hand. Funken können die Kleidung in Brand setzen.
  • Achten Sie beim Kauf von Faschingskleidung und Stoffen auf das Gütesiegel 'CE', sonst können darin leichtentflammbare Fasern enthalten sein.
  • Knaller dürfen nicht in Hosentaschen herumgetragen werden, da sie sich durch die Reibung entzünden können.
  • Bleiben Sie bei Ihrem Kind, wenn es Feuerwerkskörper abbrennt.
  • Leim und andere lösliche Kleber können sich mit Luft verbinden und beim kleinsten Funken verpuffen.
  • Laufen Sie nicht durch Feuerstellen, auch wenn sie gelöscht aussehen. Sie sind oft noch heiß.
  • Vorsicht bei Lagerfeuern: Mückenspray etc. kann brennen!

Vorsicht beim Umgang mit Strom

  • Drachen nie in der Nähe von Strommasten steigen lassen
  • Kinder können Stromkabel durchbeißen oder durchschneiden.
  • Versehen Sie Steckdosen mit Kindersicherungen
  • Vorsicht bei elektrischen Geräten in der Nähe von Wasser.
  • Nicht auf Züge und Hochspannungsmasten klettern, kein S-Bahn-Surfen! Es braucht keinen direkten Kontakt: bei genügend hoher Luftfeuchtigkeit können Lichtbögen auch 1-2m weit überspringen!

Verätzungen

  • Lagern Sie Putzmittel und Medikamente für Kinder unerreichbar.
  • Füllen Sie giftige oder ätzende Flüssigkeiten nie in harmlose Flaschen (z.B. Getränkeflaschen).

So schützen sie ihr Kind richtig

  • Sichern Sie die Gefahrenquellen rechtzeitig.
  • Verbote reizen! Erklären und Einüben ist der bessere Schutz:
  • Üben Sie mit Ihrem Kind das Anzünden und Löschen von Streichhölzern, Kerzen, Lagerfeuern, etc.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran:
  • Gießen Sie niemals Spiritus auf zu langsam brennende Grillfeuer!
  • Zündeln Sie nicht mit Adventszweigen etc.
  • Sichern sie Ihr Haus / Ihre Wohnung mit Rauchmeldern.
  • Erklären Sie Ihrem Kind:
  • Wenn es brennt, musst Du fliehen und laut „Feuer“ schreien!
  • Kinder neigen dazu, sich zu verstecken oder das Lieblingsspielzeug zu retten.
  • Zeigen Sie: Ihrem Kind die möglichen Fluchtwege und üben Sie sie immer wieder.
  • Brandrauch ist gefährlicher als Feuer:
  • Am Boden kriechen kann es besser atmen, als aufrecht gehend.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind das Alarmieren der Feuerwehr: 112

Erste Hilfe bei Brandverletzungen - was ist zu tun

  • Kühlen Sie die verletzen Stellen unmittelbar nach dem Unfall maximal 10 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15° Celsius wegen Unterkühlungsgefahr)!
  • Entfernen Sie verbrannte Kleidung auf der Haut nicht!
  • Geben Sie kein Mehl, Zahnpasta, Salben oder sonstige Hausmittel auf die Wunde!
  • Schalten Sie bei Stromverletzungen den Strom ab bevor Sie tätig werden.
  • Rufen Sie den Rettungsdienst/Notarzt unter der Nummer 112!
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine bis der Notarzt eintrifft.

Folgen von Verbrennungen

  • Die Verletzung der Haut nach Verbrennungen und Verbrühungen sind abhängig von Höhe der Temperatur und der Dauer der Einwirkung.
  • Die Haut besteh aus drei Schichten: der Oberhaut, der viel dickeren Lederhaut und dem Unterhautfettgewebe. Je nach Tiefe der Verletzung bezeichnet man die Verletzung als erst-, zweit-, oder drittgradig.
  • Die Ausdehnung der Verletzung kann so errechnet werden: eine Handfläche inklusive Finger des Kindes entspricht 1% seiner Körperoberfläche.

Informationen: Info-Flyer über Paulinchen e.V.:      info.Flyer-pdf

       

Copyright © 2017 Feuerwehr Bad Düben. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Design by TK.BD Joomla 1.6 templates