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Zuletzt aktualisiert am Montag, 04. Mai 2015

Geschichte des Feuerwehrsportes in der FFW Bad Düben

Die Anfänge des Feuerwehrsportes in der Disziplin „Löschangriff“ waren zuerst stark der „Stumbahn“ in der NVA ähnlich. Es wurde nach dem Startsignal die Feuerwehrschutzbekleidung ausgezogen, ein Kriechhindernis musste bewältigt werden, manchmal war auch die Eskaladierwand zu überwinden. Auch bei der Entnahme de TS8 gab es verschiedene Varianten, Entnahme der TS8 aus dem geschlossenen TSA oder die TS8 stand schon auf dem Schiebegestell oder bei älteren TSA auf der abgeklappten Entnahmeklappe. Später stand die TS8 schon in einem 2 x 2 m Quadrat. Die Mannschaftsstärke variierte auch. Es wurde mit 2 Schlauchleitungen gelaufen mit 7 Teilnehmern oder mit einer Schlauchleitung mit 5 Teilnehmern. Die Zieleinrichtungen waren in der Regel Konservendosen die mit Wasser gefüllt oder auch leer waren und auf Stangen standen.

Hier sieht man, dass der Feuerwehrsport in den Anfangsjahren sich ständig bei den Wettkämpfen ändern konnte, je nach der Ausschreibung.

Nachdem die DDR dem CTIF beigetreten war, wurden die Feuerwehrsportwettkämpfe nach den Wettkampfvorschriften des CTIF durchgeführt.

Die FFW Bad Düben hat frühzeitig kleine Wettkämpfe auf Gemeinde- oder Kreisebene organisiert. Dies war der Anfang von regelmäßigen Feuerwehrsportwettkämpfen in Bad Düben. Ein Jahr nach den internationalen Feuerwehrsportwettkämpfen des CTIF in Brünn 1973 hatte die Feuerwehr Bad Düben über einen Wettkampfschiedsrichter eine Adresse von einer Freiwilligen Feuerwehr aus der damaligen CSSR aus Rymarov erhalten. Diese Feuerwehr suchte einen Partner in der DDR für gegenseitige Besuche und für die Teilnahme an ihrem Feuerwehrsportwettkampf. Dieser Wettkampf wurde jährlich zu Ehren eines verstorbenen Feuerwehrkameraden durchgeführt. Die Stadt Rymarov liegt in Nordmähren im Altvatergebirge, der ehemalige deutsche Name war Römerstadt.

Im Jahr 1976 hat die Feuerwehr Bad Düben einen Besuch in Rymarov brieflich vorgeschlagen. Wir erhielten eine Einladung an dem Wochenende an dem der Feuerwehrsportwettkampf in Rymarov stattfand. Wir wurden dort herzlich empfangen und wollten uns den Wettkampf nur ansehen, das ging nach dem Verständnis der Rymarover Kameraden gar nicht. Wettkampfbekleidung wurde schnell gefunden und wir haben ohne Training am Wettkampf teilgenommen. Ohne Training, dachten wir? Dieser Wettkampf hatte einige Besonderheiten. Der Wettkampfplatz war nicht eben, es ging bergauf. Die TS8 und alle benötigten Wettkampfgeräte standen in einem 2 x 2 m Quadrat nahe der Wasserentnahmestelle, ein etwas größerer Saugschacht ebenerdig gebaut aus Beton. Hinter der Wasserentnahmestelle stand eine Hinderniswand mit einer Öffnung 80 x 80 cm, wo alle Wettkampfgeräte nach der TS8 und natürlich auch die Wettkämpfer durch mussten. Die Wettkampfmannschaft musste hinter der Wand alles zusammenfügen. Als Ziel war eine Klappe umzuspritzen. Die Zeitnahme erfolgte elektronisch auf die 1/100 Sek.  genau. Bei diesem ersten Wettkampf belegten wir einen guten 17. Platz bei ungefähr 45 Wettkampfmannschaften aus der CSSR, Polen und aus der DDR, die FFW aus Bad Düben.

Ein Jahr später haben wir die  Rymarover Kameraden eingeladen und deshalb die Einladung zum Wettkampf ausgedehnt auf die weitere Umgebung, meistens auf Wettkampfmannschaften, die wir von anderen Wettkämpfen schon kannten. Der Wettkampf erhielt zu Ehren der Rymarover Kameraden den Namen „Pokallauf der Freundschaft“. Der Pokallauf der Freundschaft erweiterte sich jedes Jahr bis zur Teilnahme von ca.120 - 130 Mannschaften in der Disziplin „Löschangriff“. Im Laufe der Jahre wurde der Pokallauf auch auf die Disziplin „4 x 100m Feuerwehrstaffette“ erweitert. In dieser Disziplin nahmen ca. 30 - 40 Wettkampfmannschaften teil. Beide Disziplinen waren für Frauen- und Männermannschaften ausgeschrieben.

Um den Wettkampf nicht zeitlich zu sehr auszudehnen liefen die beiden Wettkämpfe immer parallel ab. Nach einem Lauf „Löschangriff“ mit 3 Wettkampfmannschaften wurde in der Abbauphase und der Aufbauphase des nächsten Laufes „Löschangriff“ die Disziplin 4 x 100 m Feuerwehrstaffette auf der Aschenbahn gestartet.

Man kann sich vorstellen, dass bei diesem Wettkampfmodus von allen beteiligten Mannschaften und den Organisatoren des Wettkampfes äußerste Zeitdisziplin erforderlich war. Am Anfang ging es manchmal etwas holprig zu, aber im Laufe der Zeit war das alles kein Problem mehr.

Zu Beginn hatten wir verschiedene Wasser- und Zielbehälter für die jeweils 3 Wettkampfbahnen in der Disziplin „Löschangriff“. Dadurch gab es manchmal Proteste der Wettkampfmannschaften in Bezug auf die Genauigkeit der Wasserfüllmenge und der Auslösung der Füllklappe. Dieses Problem haben wir in Eigenständigkeit innerhalb eines Jahres selbst gelöst. Wir bauten 3 neue Wasserbehälter und 6 neue Zielbehälter. Hierbei hatten wir sehr gute Unterstützung mit Bauunterlagen von der FFW Helfta und der FFW Köthen sowie mit der Bereitstellung von Material und Werkstattkapazität durch den VEB Bohrungen und Brunnenbau Bad Düben.

Die neuen Zielbehälter funktionierten hervorragend auf der Basis der mechanischen Auslösung der Füllklappe. Fortan gab es fast keine Beschwerden mehr.

Eine große Anerkennung für die FFW Bad Düben mit ihrem Feuerwehrsport war die Ausrichtung der Bezirkswettkämpfe des Bezirkes Leipzig im Feuerwehrsport im Jahr 1985. Die Wettkämpfe wurden in allen Disziplinen durchgeführt auser der Disziplin „Hakenleitersteigen“, weil in Bad Düben kein Steiger Turm vorhanden war.

Die Feuerwehrsportwettkämpfe wurden bei uns jährlich durchgeführt, was für die FFW Bad Düben jedes Jahr sehr arbeitsintensiv war.

Die Wettkampfmannschaften unserer Wehr nahmen natürlich die meisten Einladungen zu Wettkämpfen an und haben bei vielen Wettkämpfen gute bis sehr gute Ergebnisse erreicht.

Weiterhin fuhren wir jedes 2. Jahr zu unserer Partnerfeuerwehr nach Rymarov um an deren Wettkampf, welcher nun auch nach den Vorschriften des CTIF durchgeführt wurde, teilzunehmen. Aber bergauf ging es auf dem Wettkampfplatz noch immer.

Das ging bis 1990, dem Jahr der „Wende“. Es wurde auch eine Wende in der Teilnahme an Wettkämpfen im Feuerwehrsport. Die Teilnahme am Pokallauf der Freundschaft sank bis auf 14 Mannschaften im Jahr 2001. Uns machte auch zu schaffen, dass wir das Stadion nicht mehr nutzen konnten, der Fußballverein hatte etwas dagegen.

Wir sind dann auf den Sportplatz am Gymnasium umgezogen und haben den sehr verkleinerten Pokallauf weiter durchgeführt. Der letzte Pokallauf der Freundschaft wurde im Jahr 2003 durchgeführt.

Zurückblickend kann man sagen, dass diese Feuerwehrsportwettkämpfe für uns in der Wehr eine Bereicherung waren. Als teilnehmende Feuerwehr zu den Wettkämpfen sind wir natürlich viel herumgekommen. Den weitesten Weg zu einem Wettkampf hatten wir nach Czorwac im Süden Ungarns. Die Fahrstrecke war über 3600 km hin und zurück. Dort haben wir vorgeführt wie vorteilhaft es ist, nach gleichen Wettkampfbestimmungen zu arbeiten.

Heute gibt es in der Feuerwehr Bad Düben wieder eine junge Feuerwehrsportmannschaft, die an Wettkämpfen teilnimmt, die meist auf Landkreisebene unter der Führung des Kreisfeuerwehrverbandes durchgeführt werden.

Die Geschichte des „Pokallaufes der Freundschaft“ im Feuerwehrsport wurde aus der Erinnerung aufgeschrieben vom Mitorganisator und damaligen Wehrleiter Siegfried Kübler

   

   

  

   

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